INDEX
DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
LATEIN AN DER DSS

LEHRPLAN AN DER DSS
BASISLEHRBUCH
"CURSUS BREVIS"
LERNHILFEN
LATEIN IM WWW
STUDIENBERECHTIGUNGEN

WETTBEWERBE
UNTERRICHTSPROJEKTE
TEXTGALERIE

LATEINSCHÜLER 2003/2004
LATEINSCHÜLER 2004/2005
LATEIN GÄSTEBUCH
IMPRESSUM

DER LEHRPLAN AN DER DSS

1. Bildungs -und Lehraufgaben Latein

Die Beschäftigung mit Latein öffnet den Zugang zur europäischen Sprachenlandschaft.
Latein führt über den Spracherwerb zum Übersetzen und Interpretieren von Originaltexten.
Durch modellhafte Sprachbetrachtung und Reflexion wird das Erlernen von Fremdsprachen unterstützt und das Verständnis für die Muttersprache vertieft.
Latein verbessert die aktive und passive Sprachkompetenz.

Latein eröffnet durch intensive Auseinandersetzung mit Schlüsseltexten Europas vielfältige Zugänge zur europäischen Geisteswelt.
Latein schlägt Brücken von der antik-heidnischen Kultur über das christlich geprägte Mittelalter, über Humanismus und Aufklärung bis in die Gegenwart.
Latein bietet einen Einblick in die Grundlagen und die Entwicklung der europäischen Literatur- und Kunstgeschichte.
Latein vermittelt beispielhaft die Rezeption und Wirkungsgeschichte von Ideen, Motiven und Stoffen europäischen Bewusstseins.
Latein fördert somit das historische Denken und die „kulturelle Erinnerung“.


2. Bildungsschwerpunkte

Sprache und Kommunikation

Erfassen von komplexen Sprachstrukturen und Textsequenzen; kritische Auseinandersetzung mit Textinhalten, Steigerung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit in der Präsentation,
Berücksichtigung der muttersprachlichen Kompetenzen der Schüler in einer „Begegnungsschule“ (z.B. Schwedisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Englisch usw.) für die Sprachkomparatistik.

Mensch und Gesellschaft

Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung mit Werten und Normen der Gesellschaft in ihrer Zeitgebundenheit, Kennenlernen von Werten (z.B. Pflicht, Disziplin, Verantwortung, Beziehung zu den Mitmenschen) und Verantwortungsbereichen für die eigene Person, die Gesellschaft und Umwelt

Natur und Technik

Fördern des analytischen und systemhaften Denkens, Schulung der Präzision, Sensibilisierung für ethische Problemstellungen im Zusammenhang mit Mensch, Natur und Umwelt.

Kreativität und Gestaltung

Erweiterung der sprachlichen Kreativität des Einzelnen; Anregung zum kreativ-produktiven Umgang mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen (Rundfunkarbeit, CD-Produktion, fiktive Rede, Hypertexte, Übersetzungsvortrag und Erklärung, Literaturabend, Beiträge für die Schulhomepage, Maecenas -Wettbewerb, künstlerische Rezeption usw.).

Gesundheit und Formen der Lebensbewältigung

Kontrastive Betrachtung von Körperlichkeit, Gesundheitsbewusstsein und Lebensstil,
die Lektüre von philosophischen und religiösen Inhalten regt für die eigene Lebensbewältigung und Sinnfindung an.

Fachsprachen und Fachtexte

Lateinische Texte aus der Wissenschaftsgeschichte aus den Bereichen Physik, Geschichte, Medizin, Recht usw. markieren Meilensteine (z.B. der Eid des Hippokrates, die Theorie des Kopernikus, Francis Bacon zur Aufklärung, Erasmus von Rotterdam über den Krieg, Las Casas über den Imperialismus). In dieser Auseinandersetzung wird Latein als historische Fachsprache kennen gelernt

Mythos und Rezeption

Die wichtigsten Mythen der Antike sollen in ihren Interpretationen und Rezeptionen erfahrbar gemacht werden. Es werden solche ausgewählt, die in der Psychologie bzw. psychotherapeutischen Lehre und in der Kunstgeschichte eine besondere Rolle spielen (Ödipus, Prometheus, Sisyphus usw.).

Sprachmuseum

Befähigung mit Hilfe der lateinischen Wortlehre Fremdwörter zu verstehen und zu analysieren, Einblick in die Aufbauprinzipien von griechischen und lateinischen Wörtern.

Heiteres und Zwischenmenschliches

Schüler sollen am Beispiel gewisser Texte (z.B. Epigramm, Graffiti usw.) erleben, wie gesellschaftliche und politische Missstände, menschliche Schwächen in humorvoller Weise thematisiert und kommentiert wurden.

3.Didaktische Grundsätze

Der Latein-Unterricht ist maßgeblich von der Situation als „Randstundenfach“ und „Wahlfach“ beeinflusst. Diese Rahmenbedingungen müssen in der Unterrichtsgestaltung berücksichtigt werden.
Die Lehrtätigkeit ist geprägt von Fördern und Fordern und vor allem humanistischer Einstellung.
Die intellektuell- inhaltliche Belastung ist der Tageszeit angemessen zu verteilen.
Zur Steigerung der Motivation bzw. Sicherung der Schüleraktivität sind unterschiedlichste Lehr- und Lernformen anzuwenden.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Visualisierung von Text und Übersetzungsvorgang (Satzgrafik, übersetzungstechnische Hinweise auf OH-Folie ) und der Hilfestellung bei Problemen (Lernsoftware, E- mail -Hilfe usw.).
Die Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler soll vor allem im Mittelpunkt der Methodik stehen (Vorteil der Kleingruppe).Stichwort: Entdeckendes Lernen.
Tempo, Auswahl der Texte und Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen orientieren sich an der jeweiligen Klasse und ihren Möglichkeiten.
Einen wesentlichen Schwerpunkt soll die kontrastive und komparatistische Sprachbetrachtung bilden (Schwedisch-Deutsch-Latein), die Schüler sollen auch in ihren persönlichen Sprachkompetenzen aktiv einbezogen werden (z.B. Kenntnisse in Russisch, Polnisch usw.).
Die Schüler sollen bei Präsentationen von Inhalten auf entsprechende rhetorische Ausgestaltung und die Anwendung adäquater Techniken hingewiesen werden.
Vermittlung von Rhetorik ist ein wesentlicher Auftrag des Unterrichts.
Studienbesuche, Theaterabende, Reisen sind eine wesentliche Bereicherung des Lateinunterrichts (z.B. Millesgarden, Nationalmuseum Stockholm, Königliche Bibliothek , Antikensammlung usw.).
Projektarbeiten dienen der Wissenschaftspropädeutik und bereiten auf die Studierfähigkeit vor. Der sinnvolle Umgang mit dem Internet ist selbstverständlich Teil des Lateinunterrichts (u.a. in Form einer Sequenz über Nutzungsmöglichkeiten in der Philologie).
Der Unterricht folgt den aktuellen didaktischen Anregungen der Fachschaft, die Lateinbibliothek wird durch entsprechende Werke fortlaufend ergänzt und auf neuem Stand gehalten.
Die Lektüre von deutschen Übersetzungen, die Lektüre von Ganztexten ,der Einsatz von Filmen mit Antikebezug (z.B. Lehrfilme über die Römer in Germanien) und das Lernspiel bereichern und ergänzen den Unterricht.
Die Fachhomepage Latein dient der Präsentation nach außen, wird permanent aktualisiert und ist auch ein Forum für Schüler.


4. Der „CURSUS BREVIS“

Der Lateinunterricht folgt den Anweisungen des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen (Rahmenlehrplan) und ist auf die Rahmenbedingungen der Deutschen Schule Stockholm abgestimmt.
Der Unterricht wird in den Klassen 9 -11 erteilt, und zwar in allen drei Klassen vierstündig.
Die 12 Wochenstunden berechtigen bei mindestens ausreichendem Ergebnis zum Kleinen Latinum. Zugleich berechtigt dieser Abschluss zu einer Lateinzensur im schwedischen Abgangszeugnis (Beschluss von Skolöverstyrelsen vom 26.4.88).
Im Falle von längerem Lateinunterricht (in Deutschland z.B. Lateinunterricht ab 7.Stufe) und guten Leistungen eines Schülers kann auch das Große Latinum (nach einer Genehmigung vom Kultusministerium) in einer vorgezogenen Abiturprüfung in Klasse 12 abgelegt werden.

5. Der Unterricht in den einzelnen Stufen

In den Klassenstufen 9 unsd 10 wird der Unterricht auf der Basis des Lehrwerks „Cursus Brevis“ (C.C.Buchners Verlag, Bamberg) erteilt.

Die Arbeit mit dem Lehrbuch Cursus Brevis

Das Lernziel liegt in Stufe 9 bei Lektion 7 bzw. 8; in dieser Stufe hat Langsamkeit und Präzision absoluten Vorrang – ebenso das Prinzip der Wiederholung und Festigung.
Die Lernsoftware „Memodux“ wird zur Wortschatzsicherung bis Stufe 10 eingesetzt.
Die Lehrinhalte sind im Buch festgelegt und als solche didaktisiert.

Das Lernziel liegt in Stufe 10 bei Lektion 15; vor allem am Anfang von Stufe 10 ist eine ausgiebige Wiederholungsphase zu empfehlen.

Das Lernziel liegt in Stufe 11 zuerst beim behutsamen Übergang zur Originallektüre, dann Originalliteratur übersetzen und verstehen zu können.
Ein wesentlicher Teil der Vorbereitung dient der Einschulung in den Gebrauch des Wörterbuchs, dafür wird am Anfang viel Zeit investiert (Lernzirkel!).
Die fehlenden Grammatikinhalte werden begleitend abgeschlossen bzw. in den Lektüreunterricht integriert.
Der Lektüreunterricht setzt sich aus thematisch orientierten Modulen zusammen.
Module sind Unterrichtssequenzen unterschiedlicher Länge, die auf der Lektüre von Originaltexten unterschiedlicher Gattung und unterschiedlicher Autoren basieren.
Bei der Auswahl der Texte wird eine breite Streuung von der Antike bis zur Neuzeit angestrebt.
Im Interesse der Geschlossenheit des Moduls werden Texte auch kursorisch oder in Übersetzung bearbeitet .
Für jedes Modul wird ein dem Bedarf entsprechendes Vokabular erarbeitet und für die Lektüre werden die grammatikalischen Phänomene gefestigt.
Module können aus der Reihe ANTIKE und GEGENWART vom C.C. Buchner-Verlag ausgewählt werden bzw. aus den verschiedenen Texten der Lateinbibliothek (siehe aufliegendes Textverzeichnis Deutsche Schule Stockholm).

(Beispiel)

Module 2003/2004 11.Stufe

Modul 1: STICHWÖRTER EUROPÄISCHER KULTUR

Modul 2: Das Thema ZEIT in der lateinischen Literatur

Modul 3: Texte der VULGATA und ihre Rezeption

Modul 4: Das Thema LIEBE

Modul 5: Eine LIEBESNOVELLE aus der RENAISSANCE (Euryalus und Lucretia)

Modul 6: Die METAMORPHOSEN von Ovid (Auswahl)

6. Klassenarbeiten und Klausuren

Während der Jahrgangsstufen 9 und 10 werden 3 Klassenarbeiten pro Halbjahr, in der Jahrgangsstufe 11 2 Klausuren geschrieben. Die Verwendung des lateinischen Wörterbuchs Pons wird in der Jahrgangsstufe 11 gestattet. Ein deutsch/schwedisches Wörterbuch und eine Deutsch-Grammatik sind ebenfalls zulässig.
Die Basisgrammatik vom Buchner-Verlag (Übersicht) in Tafelform darf ab der 11. Stufe verwendet werden.

7. Notengebung und Didaktik der Prüfungsaufgaben

Brauchbare Hinweise finden sich im Buch Konkrete Fachdidaktik Latein von G.Fink und F.Maier (Oldenbourg-Verlag/ Nr.220.030 Lateinbibliothek der DSS) auf den Seiten 85 ff. bzw. 166 ff.

An dieser Stelle sollen keine wie immer verpflichtenden Normen verordnet werden.
Notengebung richtet sich immer nach den gegebenen Umständen des Unterrichts und der Klassenzusammensetzung.

FORTITER IN RE, SUAVITER IN MODO!

Manfred Seidl
Fachschaft Latein

verfasst im September 2003